“Das Heft in die Hand nehmen“ – Gedanken anlässlich der Broschüre „Unser
Panketal 2007 im Rückblick“
von Matthias Horwath, Dresden

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Eine kleine, freundlich und unauffällig gestaltete Broschüre, die in der
Hand liegt. Daten, Fakten, Fotos aus dem Leben in Panketal 2007. Was
soll dabei besonderes sein, könnte man sich fragen. Die Besonderheit des
Heftchens liegt vielleicht dort, wo der Blick nicht gleich von selbst
hingeht. Vorn ist die alte Dorfkirche von Schwanebeck zu sehen, um deren
Erhalt sich einige beherzte Menschen mittlerweile kümmern. Auf der
ersten Innenseite des Titelblattes findet sich, sicherlich nicht
zufällig, ein Bonmot von B. Franklin, einem frühen US- Schriftsteller
und Gelehrten des 18. Jahrhunderts: „Willst du nicht vergessen sein,
wenn du tot und verwest bist, so schreibe Dinge, die sich zu lesen
lohnen oder tu` Dinge, über die es sich zu schreiben lohnt.“
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Es geht also vielleicht im weitesten Sinne um eine regional fassbare
Identitätsstiftung. Mit dem Auto von der Autobahn oder von Berlin
kommend, stellt sich dem neuen Besucher von Panketal erst einmal ein
ziemlich graues und trist erscheinendes Orts-Ensemble vor, mit
unübersichtlichem Namensgewirr – von der Romanik über Barock und
WBS70-Platte, bis hin zum schicken Einfamilienhäuschen. Vieles erscheint
noch mit einer Art „DDR-Patina“ überzogen zu sein.
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Die alte Dorfkirchen wurde mehrheitlich längst ihrer Bestimmung als
geistiges Zentrum der einzelnen Ortsteile entzogen. Die lokalen Zentren
der kleinen Splitter-Orte sind dazu für einen Außenstehenden kaum noch
als solche identifizierbar. Das waren und sind ja eigentlich
Jahrhunderte alte, ehrwürdige Ortschaften gewesen! Der Speckgürtel der
hungrigen Metropole Berlin verleibte sie längst als lukratives
Wohnplätzchen für sozial Bessergestellte in ihren Besitzstand ein,
rechtlich oder vorläufig nur mental. Die über “zig” Jahre abhanden
gekommene Mitte droht nun den Menschen in vielfacher Hinsicht die eigene
Mitte zu nehmen. Wer da nicht von vornherein eine starke innere
Orientierung, einen starken Willen und damit eine geistige Mitte in sich
trägt, hat es unter Umständen schwer. Besonders dann, wenn das Leben
hart mitspielt, wenn es finanzielle und existenzielle Sorgen bereitet,
wenn es ein “arbeitslos“ beschert oder gar einen geliebten Menschen
entreißt. Die entzogene geistige Mitte erscheint besonders hier nicht
nur im Lichte der marktwirtschaftlich ausgerichteten Neuzeit begründet.
Sätestens mit der Diktatur des aufkommenden braunen und skrupellosen
Faschismus begann die innere seelische Entkernung der Menschen. Blinder
Fortschrittsglaube und die Hoffnung, nun endlich mal „Wer“ zu sein,
trieben die Menschen in die Arme der mörderischen Nazi-Demagogen. Nach
dem offiziellen Scheitern der Nazi-Ideologie – im Kern lebt sie ja
weiter – begann nun eine zweite Runde des religiös begründeten
Fortschrittsglaubens mit dem importierten Kommunismus russischer
Prägung. Die Geschichte und ihre baulichen Zeugen wurden, wenn nicht
durch den verlorenen Krieg, nun durch gezielten Verfall geopfert. Den
Rest besorgten später die Betonwerke der DDR mit ihren zum Schluss immer
bewohnten, WBS70-geprägten Rohbauten. Diese wurden, häufig gegen
Jahrhunderte alte Traditionen und gewachsenen Strukturen der alten Orte,
quer, als unübersehbarer Triumph des siegenden Sozialismus, hingeklotzt.
Und die Menschen mussten dazu noch froh sein, dass sie aus der
ideologisch gezielt abgewohnten Infrastruktur der Gründerzeit des
auslaufenden 19. Jahrhunderts entkommen konnten. Und nun, drei bis vier
Jahrzehnte später, musste auch die nächste Runde des religiösen
Fortschrittsglaubens beerdigt werden. Was blieb? Die nachhaltige
Eruption der Systeme, die besonders in und um Berlin riesige Kräfte
freisetzten. Die bunten Versprechen der TV-Werbung wurden, für eine
Kurze Zeit und bei weitem nicht für alle, mit segensreichen Geldströmen
der Neuzeit untermalt.
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Wer Bulgakows „Meister und Margarita“ las, wird sich an eine Art Zirkus
erinnern, der von der in Moskau fröhlich wütenden diabolischen
Dreieinigkeit veranstaltet wurde: Jeder konnte sich im Wunschzirkus
seiner alten Garderobe entledigen und wurde in und für “nullkommanix”
komplett neu eingekleidet. Die Geschichte endete bekanntlich damit, dass
diese Menschen nach dem Zirkusbesuch fast nackt und allein in Unterhosen
fierend vor dem Nichts standen. Die Seifenblase der Illusion war schnell
geplatzt. Was bleibt den Menschen, wenn die inneren Strukturen fast
vollständig zerstört worden sind? Was, wenn der Glaube an ein über sich
und das kleine eigene Licht hinausweisendes Wesen schon aus dem
kollektiven Gedächtnis gelöscht worden ist? Es bleibt ein leerer Platz.
Es bleibt das mühsame Erinnern. Das nachte Leben an sich. Mit oder ohne
BMW. Vielleicht ein armes Leben mit Geld. Es muss deswegen kein
schlechtes Leben sein.
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Die Panketaler und viele Menschen in der Ex-DDR überhaupt scheinen sich
auf ihre Ressourcen zu besinnen: Gute, umfassende, humane Bildung und
die Achtung der eigenen Herkunft. Selbstverständlich ohne eine Spielart
von Nationalismus. So ist im 2007er Heft von Panketal sicher nicht
zufällig die zweite innere Umschlagseite einem Freien Gymnasium und der
modernen Ganztagsschule gewidmet. Abgerundet wird das Heft auf er
Rückseite mit Fotos vom historischen Umzug 750 Jahre Schwanebeck, einem
Teil der Gemeinde Panketal. Und die Texte im Heft bewegen sich genau
zwischen diesen Polen. So bekommt eine selbstbestimmte Zukunft
vielleicht eine nachhaltige Chance. Die geheime oder schon wieder offen
zur Schau getragene Sehnsucht mancher pathologisch entseelter Menschen
nach dem Totalitarismus wird deshalb nicht von der Bühne abtreten. Aber
die, die hier, zwischen den Deckeln des Heftes über Panketal nachlesbar,
„das Heft in die Hand nehmen“, sorgen dafür, dass ihre Orte wieder ein
Gesicht bekommen. Ein menschliches.

 

“Der Geist der Toleranz -
Hugenotten auch in Schwanebeck”
Antenne Brandenburg,
14.10.2007
 » REINHÖREN (3,5 MB, 15 min)

“Kirchturm ohne Spitze –
Schwanebeck feiert 750 Jahre”
Antenne Brandenburg,
3.6.2007
 » REINHÖREN (3,4 MB, 15 min)

"Der den Tod überwand: Jesus - besungen von Johnny Cash"
Antenne Brandenburg,
Ostermontag 9.4.2007
 » REINHÖREN (3,4 MB, 15 min)

"Jeder Name eine Verbeugung"
Antenne Brandenburg, 12.11.2006
 » REINHÖREN (3,5 MB, 15 min)

"Der Sound der Route 109 - Das Christliche in der beatMusik"
Antenne Brandenburg, 23.07.2006
 » REINHÖREN (3,6 MB, 15 min)

"Auf Tore schießen statt auf Menschen"
Antenne Brandenburg, 11.06.2006
 » REINHÖREN (3,6 MB, 15 min)

"Die unerträgliche Leichtigkeit der Hexerei"
Antenne Brandenburg, 19.02.2006
 » REINHÖREN (3,4 MB, 15 min)

"Bethlehem in Schönow"
Antenne Brandenburg, 26.12.2005
 » REINHÖREN (3,5 MB, 15 min)

"Mit der Geburt beginnt das Sterben -
Von großen und kleinen Verlusten"

Antenne Brandenburg, 20.11.2005 (Totensonntag)
 » REINHÖREN (3,5 MB, 15 min)

"Vom Domdorf zur Schlafstadt - Spurensuche in Zepernick"
Antenne Brandenburg, 22.5.2005
 » REINHÖREN (3,4 MB, 15 min)

"Faszination Friedhof - Wenn Jugendliche weder Tod noch Teufel fürchten"
Antenne Brandenburg, 07.11.2004
 » REINHÖREN (3,4 MB, 15 min)

kurzer Radiobeitrag, 1993
Titel: "Der Waschmaschinen-Händler"
produziert für Studio Ludwigshafen,
gesendet bei ffn. O-Töne in Oggersheim
 » REINHÖREN (4,25 MB, 3:42 min)



Broschüre
Unser Panketal im Rückblick 2007
32 Seiten,
Auflage: 10.000 Exemplare

Ausgewählte Seiten:
Seite 1 Seite 12
Seite 13 Seite 15

Broschüre
Erste unverbrauchte HochZeitung®
16 Seiten, A5, Deutsch/Englisch/Hebräisch
Auflage: 1.000 Exemplare

Ausgewählte Seiten:
Seite 2     Seite 13


Festschrift
750 Jahre Schwanebeck
68 Seiten,
Auflage: 10.000 Exemplare

Broschüre
Schulen in Panketal
44 Seiten,
Auflage: 3.000 Exemplare

Broschüre
Unser Panketal im Rückblick 2006
16 Seiten,
Auflage: 10.000 Exemplare

Ausgewählte Seiten:
Seite 1 Seite 2
Seite 3 Seite 4

Übersetzung aus dem Englischen &
Erstellung einer 116-seitigen Broschüre (Druckvorstufe):


Clean Clothes Campaign –
Kampagne für ,Saubere’ Kleidung

"Quick fix - Die Suche nach der schnellen Lösung"
Was bringen Sozial-Audits den Näherinnen der Sweatshops?

INKOTA texte3
ISBN 3-938133-02-3

Diese Studie räumt mit der verbreiteten Meinung auf, allein durch Sozial-Audits könnten die erschreckenden Arbeitsbedingungen der ArbeiterInnen in der weltweiten Bekleidungs- und Sportartikelindustrie
verbessert und auf ein menschenwürdiges Niveau gebracht werden. Manager und Inspekteure von Sozial-Audits wurden interviewt. Außerdem beteiligt, etwa 670 ArbeiterInnen aus rund 40 Fabriken auf der ganzen Welt.


Broschüre
Unser Panketal im Rückblick 2005
16 Seiten,
Auflage: 10.000 Exemplare

Ausgewählte Seiten:
Seite 1 Seite 2
Seite 4 Seite 10



Schulanfang
2,0 MB

Erstkommunion
1,2 MB

Sudetenland -
unvergessen!
1,2 MB

Heimat -
Erinnerungen
1,4 MB

An den Gräbern
der Ahnen
2,5 MB

Hochzeit
1,8 MB


Großbild-Videopräsentation
im "Werk9", Berlin-Mitte
10. November 2004
Titel: Klaus Kinski - Leben & Werk
"Hola Beatopa!
Muchas gracias para tu maravillosa presentacion del extraordinario Klaus Kinski. Y las mujeres guapas de Paganinni... cuando tenia tiempo para practicar su otra instrumenta? Kinski en "3 nach neun" es para la eternidad, fijate Kinski hoy en una Talk-show con la fria Christiansen! Ya espero tu proxima performance, la ultima era de puta madre!" Cordialmente Arndt (Berlin)


 beatOpaproduction und Werk9 präsentierten in der  Veranstaltungsreihe "BLUE SET":
Nico - Mondgöttin (27.2.2005)

"Come on baby, light my fire -
Jim Morrison & The Doors"
(20.3.2005)

"Let the music be your master -
Led Zeppelin"
(17.4.2005)

Zu den Wurzeln von Syd Barret & Pink Floyd stießen beatOpaproduction und Werk9 am 12. Juni 2005 vor. An der Les Paul rockte Simon seine Version von „Whish you were here”.

Gedemütigt wegen seiner jüdischen Abstammung

Pfarrer György Kis: Weil ich meine Kirche liebe, muss ich über die unbegreifliche Vergangenheit sprechen
»LESEN



Präsentation zur Familiengeschichte

Die von Herrn Thomas Steierhoffer durchgeführte Präsentation anlässlich der Goldenen Hochzeit meiner Eltern fand großes Interesse bei allen Anwesenden. Erstaunlich gut aufbereitet waren die alten Fotos unserer Ahnen. Die Filmvorführung aus der alten Heimat meiner Eltern zeugte von Professionalität. Einige Gäste waren so begeistert, dass sie Herrn Steierhoffer am gleichen Abend noch Aufträge für die Erstellung ihrer eigenen Lebensgeschichten erteilten. Auch die Hochzeitszeitung war sehr beeindruckend. Meine Hochachtung!
Wolfgang Weida, Feldberg